Worlée

Interview zum Thema Energie und Umwelt

Jan Eschke, seit 2017 Werkleiter der Worlée-Chemie und von 2007 bis 2016 Energie- und Umweltmanager, Copyright: Jenner Egberts Fotografie

Welche Aufgaben haben Sie im Bereich Energie- und Umweltmanagement?

Als Werkleiter der Worlée-Chemie verantworte ich unter anderem den Bereich Energie- und Umweltmanagement. Wir haben außerdem ein Expertenteam aufgestellt, das für den Bereich Energiemanagementsystem bei Worlée zuständig ist. Zu den Aufgaben des Teams gehört es, Effizienzpotentiale zu erkennen, Maßnahmen zu entwickeln, umzusetzen und anschließend zu überprüfen. Ein wesentlicher Aspekt der Arbeit ist es, immer wieder nach neuen Möglichkeiten zu suchen, um den Energieverbrauch zu reduzieren.
Man muss sich oft die Frage stellen, ob alte Prozesse und Denkweisen vielleicht überholt sind. Früher wurde beispielsweise immer gesagt, man solle sein Auto bei kurzen Stopps lieber laufen lassen. Das muss beim heutigen Stand der Technik definitiv nicht mehr sein. Ähnlich verhält es sich mit vielen Produktionsanlagen. So laufen unsere Rührwerke mittlerweile weniger lang, einige Anlagen werden nach dem Gebrauch sogar direkt heruntergefahren – das sind eigentlich triviale Dinge, man muss sie nur erkennen.
Außerdem ist es natürlich wichtig, beim Bau neuer Anlagen auf Umweltaspekte zu achten, damit später nicht teuer nachgerüstet werden muss.


Neben Ihrem Beruf bei Worlée sind Sie seit 2013 auch Vorsitzender des Vereins der Klimaschutz-Unternehmen – was kann man sich darunter vorstellen?

Die Klimaschutz-Unternehmen sind ein bundesweites, branchenübergreifendes Netzwerk für Klimaschutz und Energieeffizienz, das auf Initiative des Bundesumweltministeriums, des Bundeswirtschaftsministeriums und des DIHK gegründet wurde. Alle Mitglieder haben in einem anspruchsvollen Aufnahmeverfahren nachgewiesen, dass sie sich in der Vergangenheit in besonderem Maße auf innovative Art für die Steigerung der innerbetrieblichen Energieeffizienz eingesetzt haben und verpflichten sich dazu, dies auch in Zukunft zu tun. Innerhalb des Netzwerks findet ein reger Austausch statt – so werden bei regelmäßigen Treffen neue Projekte und technische Fragen besprochen. Wir wollen zeigen, dass Klimaschutz und Energieeffizienz sich wirtschaftlich lohnen können und auch andere Unternehmen für diese Themen sensibilisieren. Außerdem stehen wir in engem Kontakt mit der Politik und bieten unser Expertise und Erfahrung bei neuen Gesetzesentwürfen an. 


Gibt es weitere Projekte, um das Thema Nachhaltigkeit noch stärker in der Branche zu etablieren?

In 2014 haben wir im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative Chemie3 (Download Urkunde) als eines von zwölf Pilotunternehmen einen Nachhaltigkeits-Check durchgeführt. Hier verpflichtet sich jeder Teilnehmer, seine internen Abläufe in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales auf den Prüfstand zu stellen. In Zukunft soll dieser Check auch bei anderen Mitgliedern der Initiative eingesetzt werden. Mit Chemie fördern der „Verband der chemischen Industrie“, „die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie“ und der „Bundesarbeitgeberverband Chemie“ seit 2012 den Nachhaltigkeitsgedanken in der deutschen Chemieindustrie. Wir sind stolz, ein Teil dieses ehrgeizigen Projekts sein zu dürfen.


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