Interview zum Thema Energie und Umwelt

Jan Eschke, Leiter Digitalisierung, Innovation und Ressourceneffizienz, Copyright: Jenner Egberts Fotografie

Welche Aufgaben haben Sie im Bereich Ressourceneffizienz? 

Dazu zählen u.a. die Sicherstellung des effizienten Umgangs mit Rohstoffen, Wasser und Energie sowie die Vermeidung von Emissionen und Abfall. Für den Bereich Energiemanagement haben wir außerdem ein Expertenteam aufgestellt. Zu den Aufgaben des Teams gehört es, Effizienzpotentiale zu erkennen, Maßnahmen zu entwickeln, umzusetzen und anschließend zu überprüfen. Ein wesentlicher Aspekt der Arbeit ist es, immer wieder nach neuen Möglichkeiten zu suchen, um den Energieverbrauch zu reduzieren.

Man muss sich oft die Frage stellen, ob alte Prozesse und Denkweisen vielleicht überholt sind. Früher wurde beispielsweise immer gesagt, man solle die Beleuchtung bei kurzen Arbeitsunterbrechungen lieber laufen lassen. Das muss beim heutigen Stand der Technik definitiv nicht mehr sein. Ähnlich verhält es sich mit vielen Produktionsanlagen. So laufen unsere Rührwerke mittlerweile weniger lang, einige Anlagen werden nach dem Gebrauch sogar direkt heruntergefahren – das sind eigentlich triviale Dinge, man muss sie nur erkennen.

Außerdem ist es natürlich wichtig, beim Bau neuer Anlagen auf Umweltaspekte zu achten, damit später nicht teuer nachgerüstet werden muss.

Neben Ihrem Beruf bei Worlée sind Sie seit 2013 auch Vorsitzender des Vereins der Klimaschutz-Unternehmen – was kann man sich darunter vorstellen?

Die Klimaschutz-Unternehmen sind ein bundesweites, branchenübergreifendes Netzwerk für Klimaschutz und Energieeffizienz, das auf Initiative des Bundesumweltministeriums, des Bundeswirtschaftsministeriums und des DIHK gegründet wurde. Alle Mitglieder haben in einem anspruchsvollen Aufnahmeverfahren nachgewiesen, dass sie sich in der Vergangenheit in besonderem Maße auf innovative Art für die Steigerung der innerbetrieblichen Energieeffizienz eingesetzt haben und verpflichten sich dazu, dies auch in Zukunft zu tun. Innerhalb des Netzwerks findet ein reger Austausch statt – so werden bei regelmäßigen Treffen neue Projekte und technische Fragen besprochen. Wir wollen zeigen, dass Klimaschutz und Energieeffizienz sich wirtschaftlich lohnen können und auch andere Unternehmen für diese Themen sensibilisieren. Außerdem stehen wir in engem Kontakt mit der Politik und bieten unser Expertise und Erfahrung bei neuen Gesetzesentwürfen an. 

Gibt es weitere Projekte, um das Thema Nachhaltigkeit noch stärker in der Branche zu etablieren?

In 2014 haben wir im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative Chemie3 (Download Urkunde) als eines von zwölf Pilotunternehmen einen Nachhaltigkeits-Check durchgeführt. Hier verpflichtet sich jeder Teilnehmer, seine internen Abläufe in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales auf den Prüfstand zu stellen. Mit Chemie fördern der „Verband der chemischen Industrie“, „die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie“ und der „Bundesarbeitgeberverband Chemie“ seit 2012 den Nachhaltigkeitsgedanken in der deutschen Chemieindustrie.

Seit 2014 beteiligen wir uns aktiv an verschiedenen Projekten der Chemie³ Initiative und konnten daraus bereits wertvolle Impulse für unser Nachhaltigkeitsmanagement ziehen. Wichtige Themen für uns sind z.B. ein nachhaltiges Lieferkettenmanagement und die regelmäßige Berichterstattung über unser Nachhaltigkeitsleistungen.  

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